Geschichte

Um 1182
Aus einer Einsiedlergemeinschaft im Eiberger Wald entwickelt sich unter Förderung des Markgrafen Heinrich von Ronsberg ein Benediktinerkloster. Der Konvent findet auf dem Irseer Burgberg die erste Heimstätte.

1190 – 1195
Kirche und Kloster werden am Fuße des Berges, am heutigen Standort, neu errichtet.

1209
Innocenz III. nimmt das Kloster unter päpstlichen Schutz.

13. Jh.
Päpstliche, königliche und bischöfliche Urkunden bestätigen die Rechte und Besitzungen des Klosters.

13. – 16. Jh.
Die Vogtei üben nach dem Aussterben der Ronsberger nacheinander die Herren von Kemnat, von Ramschwag und von Benzenau aus. Das Kloster baut sich aus Käufen und Schenkungen mit den Dörfern Irsee, Eggenthal, Baisweil, Lauchdorf, Schlingen, Ketterschwang, Rieden, Pforzen, Leinau und Mauerstetten und den dazugehörigen Weilern ein Herrschaftsgebiet auf.

1525
Aufständische Bauern verwüsten das Kloster.

bis 1535
Wiederaufbau von Kirche und Kloster in der vorbarocken Anlage.

1551
Das Fürststift Kempten erwirbt die Irseer Vogtei.

 

 

1632 – 1648
Das Kloster und seine Untertanen leiden hart unter den Plünderungen, Brandschatzungen und Erpressungen des 30-jährigen Krieges.

1662
Kloster Irsee erwirbt vom Fürststift Kempten die Rechte der Vogtei.

1685
Irsee schließt sich mit den Klöstern Füssen, Ottobeuren, Fultenbach, Donauwörth, Elchingen, Deggingen und Neresheim zur niederschwäbischen Benediktinerkongregation vom Heiligen Geist zusammen.

1692
Irsee erhält in seinem Herrschaftsgebiet den Blutbann und übt jetzt die volle Landeshoheit aus.

1699 – 1704
Neubau der Klosterkirche nach Plänen von Franz Beer.

1707 – 1730
Die barocke Klosteranlage wird unter Abt Willibald Grindel neu errichtet.

um 1750
Kloster Irsee gilt als bedeutende Stätte der Wissenschaft und der Musikpflege. Das Mathematische Museum Irsee genießt hohes Ansehen.

1802/03
Kloster Irsee wird im Zuge der Säkularisation aufgelöst.

1804
Königlich bayerisches Rentamt

1849
Eröffnung der ersten schwäbischen Kreisirrenanstalt.

1876
Die Irseer Anstalt wird eine Abteilung der neuen Kreis-, Heil- und Pflegeanstalt in Kaufbeuren.

1933 – 1945
Die unmenschliche Rassenideologie des Nationalsozialismus und die daraus folgenden Aktionen zur "Vernichtung unwerten Lebens" betreffen auch Irsee: über 2.000 Patienten (Erwachsene und Kinder) aus Kaufbeuren/Irsee werden in Vernichtungsanstalten deportiert, sterben nach Verordnung einer fettlosen Hungerkost (E-Kost) oder werden mittels Spritzen und Überdosen von Medikamenten direkt umgebracht.

1949
Der Direktor der Anstalt und mehrere Pflegekräfte werden verurteilt.

1972
Die Irseer Abteilung für psychisch Kranke wird aufgelöst. Die letzten Patienten verlassen das Haus.

1974
Der Bezirkstag von Schwaben beschließt die Restaurierung der Klosteranlage und die neue Zweckbestimmung als Bildungszentrum in Rückbesinnung auf die Tradition benediktinischer Geistigkeit.

1981
Das Schwäbische Tagungs- und Bildungszentrum Kloster Irsee öffnet seine Pforten.

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