Barrierefrei & nachhaltig

Als Einrichtung des Bezirks Schwaben gehört es zu unseren wichtigsten Aufgaben, ein Gleichgewicht zwischen ökologischen Belangen und ökonomischen, kulturellen sowie sozialen Zielen zu schaffen. Wir unternehmen daher einiges, den Belangen von Barrierefreiheit, Umweltschutz und Nachhaltigkeit den ihnen gebührenden Stellenwert zu geben. Nachfolgend geben wir Ihnen einen Einblick in unsere Aktivitäten, um störende Barrieren abzubauen und natürliche Ressourcen verantwortungsbewusst einzusetzen:


Im Jahr 2009 begannen die Planungen, möglichst viele Bereiche des denkmalgeschützten Ensembles von Kloster Irsee im Standard Barrierefrei umzugestalten. Zwischenzeitlich wurden zwei Behindertenparkplätze eingerichtet, vier Gästezimmer barrierefrei umgebaut und die Zugänglichkeit zahlreicher Tagungsräume wie des Parkplatzes stufenlos gestaltet.

Zu seinem 30. Bestehen erhielt das Haus ein Blindentastmodell des Bildhauers Egbert Broerken, das die gesamte Anlage von Kloster Irsee auch sehbehinderten Menschen erschließt. Im Juni 2012 wurde das Tagungszentrum vom Bayerischen Sozialministerium als „Barrierefreier Hotel- und Gastronomiebetrieb“ ausgezeichnet.

In den Jahren 2014/15 gelang es, auch den zweiten Baukörper von Kloster Irsee, das sog. „Ateliergebäude“ barrierefrei zu erschließen: Die stufenlose Wegeführung zum Gebäude, ein Aufzugs-Anbau vor dem Treppenhaus und die Einrichtung einer behindertengerechten WC-Anlage ermöglichen es unseren Gästen seitdem, den Atelier-Raum im Dachgeschoss wie auch die Werkräume im Souterrain des sog. „A-Hauses“  barrierefrei zu nutzen.

2008 und 2012 erhielt das Schwäbische Tagungs- und Bildungszentrum Kloster Irsee von den Bayerischen Staatsministern für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz sowie für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie das Bayerische Umweltsiegel für das Gastgewerbe verliehen. Die Auszeichnung in Gold würdigt unsere klimaschonende Betriebsführung – z.B. durch die Verwendung umweltschonend verpackter Großgebinde im Hotelbereich, die schonende Verarbeitung saisonal abgestimmter und regionaler Lebensmittel im Restaurant und den energieeffizienten Einsatz der Kühl- und Heizungssysteme.

Im Juni 2012 wurde dem Schwäbischen Bildungszentrum in Anerkennung seines „vorbildlichen Engagements für die nachhaltige Entwicklung Bayerns“ im Namen des Bayerischen Staatsministers für Umwelt und Gesundheit die Urkunde über die Teilnahme am Umweltpakt Bayern ausgehändigt.

Ziel des Schwäbischen Bildungszentrums Irsee ist es, eine Vorreiterrolle für die nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung als Tagungs- und Kongresszentrum zu übernehmen.

1. Energieeinsparung Heizenergie

Im Rahmen des Förderprogramms “Konjunkturpaket II” erhielt das Schwäbische Bildungszentrum Irsee finanzielle Zuwendungen, um Energieeinsparungen durch die Wärmedämmung der denkmalgeschützten Dachflächen zu erzielen. Dabei wurde im Sommer 2010 der Dachstuhl des Ateliergebäudes inkl. des großen Atelier-Dachfensters energetisch saniert. Im Laufe des Winters 2010/11 folgten die obersten Geschossdecken von Hauptgebäude und Komödienhaus. Darüber hinaus wurde damit begonnen, Großgeräte im Bereich Küche, Kühlung und Heizung mit technischen Einrichtungen zur Wärmerückgewinnung auszustatten.

2. Energieeinsparung Stromverbrauch

Das Schwäbische Bildungszentrum verwendet dort, wo es der Denkmalschutz zulässt, Energiesparleuchten, die gegenüber geläufigen Glühlampen einen Einspareffekt von mindestens 15% realisieren. Bei Neuinvestitionen kommen zunehmend moderne LED-Leuchtmittel zum Einsatz. Die Aufzugsanlage wurde im Dezember 2010 von einer energieintensiven Ölkühlung auf eine ressourcensparende Frequenzsteuerung umgestellt. Im September 2015 wurde zusätzlich ein Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen, das dem Haus 20 kWh Strom liefern und 50 kWh Wärmeenergie für die Frischwasserbereitung zufließen lassen kann.

3. Nahwärmeversorgung Biogas

Im II. Quartal 2010 wurde die bestehende Öl-Heizung des Schwäbischen Bildungszentrums durch den Anschluss an die Nahwärmeversorgung Irsee-Oggenried vom Einsatz fossiler auf nachwachsende Brennstoffe (Biogas) umgestellt. Seitdem gelingt es uns, jährlich über 100.000 Liter Heizöl einzusparen, was den CO-2-Ausstoß des Schwäbischen Bildungszentrums um 311 Tonnen/Jahr reduziert.

4. Photovoltaik

Das Schwäbische Bildungszentrum betreibt drei Photovoltaik-Anlagen auf nahe gelegenen Nebengebäuden des denkmalgeschützten Ensembles: Seit April 2010 nutzt das Bildungszentrum das Turnhallen-Dach der benachbarten Josef-Guggenmos-Grundschule für eine PV-Anlage mit einer Leistung von 16,5 kWp. Im August 2012 ging eine PV-Anlage mit 34,6kWp auf unserem neuen Zentrallager in Betrieb, im September 2014 schließlich eine Anlage mit 18kWp auf dem Dach des Pufferspeicher-Gebäudes unseres Nahwärmeversorgers. Im Jahr 2014 konnten wir damit 12,5% des gesamten Stromverbrauchs des Schwäbischen Bildungszentrums Irsee aus Sonnenkraft selbst produzieren.

Die Vereinten Nationen haben den Internationalen Tag der biologischen Vielfalt auf den 22. Mai festgesetzt. Um die Bedeutung unserer Umwelt als Lebensgrundlage für das menschliche Wohlergehen hervorzuheben, wurde das Jahr 2010 zum Internationalen Jahr der Biodiversität, 2011 zum Jahr der Wälder erklärt. Das Schwäbische Bildungszentrum Irsee greift diesen Gedanken auf und hat in 2010 auf Grundlage der historischen Raumstruktur und der heutigen Nutzungsansprüche einen neuen Rahmenplan für die gesamte Außenanlage von Kloster Irsee erstellen lassen. Hieraus ergeben sich sowohl ein zukunftsweisendes Raumkonzept als auch ein konkreter Maßnahmenplan zur Förderung der biologischen Vielfalt auf unserem Gelände. Auf dieser Grundlage werden für die einzelnen Habitate und ökologischen Komplexe (Strauch- und Baumbestände, Wege und Platzflächen, Wiesen und Wälder sowie Gewässer) Vorschläge für ein neues Raumbild erarbeitet. Folgende Maßnahmen wurden bereits eingeleitet:

1. Naturverjüngung Klosterwald

Das Schwäbische Bildungszentrum Irsee fördert im Klosterwald (3,6 ha) eine naturgemäße Waldwirtschaft. So wurde bereits der historische „Eschenbruch“ von standortfremden Fichten befreit. Auf der gesamten Waldfläche wird sukzessive für die nachwachsenden jungen Eschen, Bergahorne, Erlen und Buchen Raum und Licht geschaffen. So entsteht ein artenreicher Mischbestand aus den natürlich vorkommenden heimischen Baumarten. Unterstützt wird das Bildungszentrum dabei vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kaufbeuren sowie von der Forstbetriebsgemeinschaft Kaufbeuren.

2. Streuobstwiese

Bereits 1994 hat der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Ostallgäu auf der ehemaligen “Herrenwiese” von Kloster Irsee eine Streuobstwiese von 1,5 ha als Obstlehrgarten angelegt. Sechzig Obstbäume wurden gepflanzt, für das Ostallgäu bewährte Sorten von Äpfeln, Birnen, Zwetschgen und Kirschen ausgewählt. Ziel ist es, altbewährte Obstsorten zu erhalten, den ökologischen Wert einer Streuobstwiese zu vermitteln und praktische Kurse in Baumpflege, Obstbaumschnitt und Obstbaumveredelung anzubieten. Ansprechpartner ist der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege.

3. Bienenhaus

Das ca. dreißig Jahre alte Bienenhaus im Klosterwald wurde im Sommer 2010 reaktiviert und von der Imker-Schule Schwaben übernommen. Auskünfte über die Bienen im Klosterwald erteilt der Staatliche Fachberater für Bienenzucht im Regierungsbezirk Schwaben.

4. Patientenfriedhof

Nach der Säkularisation wurde 1849 in den Räumen von Kloster Irsee die erste stationäre psychiatrische Klinik Schwabens eingerichtet, die sog. „Kreis-Irrenanstalt“. Nach dem Neubau des heutigen Bezirkskrankenhauses in Kaufbeuren im Jahr 1876 wurde Irsee als „Abteilung für chronisch Kranke“ bis 1972 weiter geführt. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden in der „Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren/Irsee“ Patienten durch Verlegung in zentrale Tötungsanstalten, durch Mangelernährung oder Medikamente getötet, hinter der Klosterkirche wurde der sog. „Euthanasie“-Friedhof eingerichtet. Die bis zur Auflösung der Irseer Abteilung als Patientenfriedhof genutzte Anlage wurde 1981 durch eine Denkmalsetzung zu einem bedeutenden Gedenkort für die Opfer der „Euthanasie“ in Schwaben. 2010 wurde der Friedhof nach historischen Plänen und Fotografien gärtnerisch überarbeitet. Heute strahlt der Ort in seiner Form als Waldfriedhof Ruhe und Würde aus und bewahrt den Opfern ein ehrendes Andenken.

5. Klosterweiher

Der als Lösch- oder Klärteich angelegte Klosterweiher, der während der Zeit der „Heil- und Pflegeanstalt“ mit einer kleinen Turbine zur Stromgewinnung ausgestattet war, wird vom Schwäbischen Fischereihof Salgen bewirtschaftet und ist mit heimischen Fischarten besetzt. Auskünfte erteilt die Fachberatung für Fischerei, eine Einrichtung des Bezirks Schwaben. Darüber hinaus lädt ein Sonnendeck unsere Gäste zum Verweilen ein. Hier entstand im Jahr 2015 zum einen ein malerischer Rückzugsort vom hektischen Geschäftsalltag, zum anderen ein weiterer Raum auf dem Klostergelände, wo Ruhe und Kreativität zueinander finden. Neben dem Genuss eines bezaubernden Naturerlebnisses kann man die Skulptur „Nereus“ (ein Meeres-Gott der griechischen Mythologie) des Irseer Künstlers Peter R. Müller bewundern.

6. Fledermäuse

Die meisten Fledermäuse leben mit dem Menschen “unter einem Dach”. So befinden sich auch auf dem Dachboden der Kirche und des ehemaligen Konventgebäudes Sommerquartiere einer großen Fledermausart (Mausohr- oder Breitflügelfledermaus). Bei den Baumaßnahmen zur Wärmedämmung der obersten Geschossdecke im Haupthaus wurde auf die Erhaltung dieser bestehenden Quartiermöglichkeiten Rücksicht genommen.

7. Naturlehrpfad

Ziel der raumplanerischen Kartierung der Außenanlagen des Schwäbischen Bildungszentrums Irsee ist es, einen Naturlehrpfad anzulegen, der die verschiedenen Habitate und Standorte verbinden und dem Besucher in ihrer historischen wie ökologischen Bedeutung veranschaulichen soll.

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